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Hochalmspitz 3360m am 3.-4.Juli

Eine Schöne Hochgebirgstour

Am 04.07.2010 um 6 Uhr startete ich mit 6 Personen von der Giessener Hütte, wo wir eine ruhige, aber eher schlaflose Nacht im Massenlager verbracht hatten. Die Gruppe bestand aus 50 % sehr erfahrenen Hochalpinen Kletterern und eher Neulingen in dem Bereich. Es war überraschenderweise eher warm und bedeckt, vor allem oberhalb von 3000m Höhe befand sich eine hartnäckige Wolkendecke. Wir beschlossen über Detmolder Grad aufzusteigen. Entlang des Schwarzburger Weges mussten wir einige Schmelzwasserbäche überschreiten und dann ging es aber rasch über Firnhänge zur Lassacher Winkelscharte. Der Weg ist schön angelegt und erinnert oft an eine Treppe. Nachdem wir die Winkelspitze hinter uns gelassen haben, landeten wir im Trippkees und mit dem noch vielen Schnee und dem dichten Nebel entwickelte sich der Aufstieg gleich einer Winterbesteigung.

Aber nach einer eher ausgesetzten, kurzen Stelle erreichten wir den sicheren Klettersteig und  nach insgesamt 4St.gezeit  auch glücklich den Gipfel - 3360m. Nach einer Pause am Gipfel beschlossen wir (weil ja keine Sicht war) den Abstieg über die Steinerne Mandln und den Rudolfstädter Weg anzutreten. Da wegen des starken Nebels fast keine Sicht und wegen dem vielen Schnees noch keine Markierungen und Wegweiser ersichtlich waren, orientierten wir uns nach dem weiter verlaufenden Gipfelgrat, der wie wir glaubten sicher zum den Steinernen Mandln führt. Mit vollster Überzeugung ins Trippkees abzusteigen, folgte ich einem bereits ausgetretenen Steig, der in ein sehr steiles Firnfeld führte. Als ich schon im flacher werdendem Bereich dieses Firnfeldes angelangt war, hörte ich von oben vom Erfahrendesten der Gruppe, der den Berg schon öfter (zwar in umgekehrter Richtung) bestiegen hat, dass da etwas nicht stimmt und die Schwächsten meiner Gruppe sich wegen der Steilheit des Hanges nicht herunter wagten. Als ich mit Einigen meiner Gruppe wieder am Beginn des Firnfeldes angelangt bin, kam noch eine andere Gruppe dazu, die dieses Gelände sonst perfekt kannte und bei dem starken Nebel, wie wir auch später erkannten, auch den falschen Grad genommen und mit uns dann vergebens die Steinernen Mandln gesucht haben. Nach erfolgloser Suche trennten sich die Gruppen wieder und weil es dann auch noch donnerte, schneite und alle in der Gruppe schon ziemlich erledigt waren, beschlossen wir, das Firnfeld mit Sicherung der Schwächeren trotzdem abzusteigen. Nach einem längeren Abstieg über den immer flacher werdenden Geltscher kamen wir endlich zu einem Wegweiser und sahen dann, dass wir ganz wo anders waren wie vermutet. Wir sind leider in der entgegen gesetzten Preimlscharte gelandet. Also zurück schafften wir  es nicht mehr und den Hochalmkees bei diesen Verhältnissen überqueren wagten wir dann auch nicht. Also beschlossen wir dann durch die Preimlscharte über den Großelendkees, wo die Sicht wieder tadellos war, in die Osnabrücker Hütte abzusteigen. Von dort organisierten wir die Rückkehr ins Maltatal.

 

Fazit: Es waren sehr widrige Verhältnissen im Gipfelbereich, wo sich sogar erfahrene Einheimische vergangen sind. Ich glaube auch, so eine Tour auf der Hochalmspitze war heuer wegen der noch liegenden Menge Schnee noch zu früh. Zum guten Schluss ist alles positiv verlaufen und die Gruppe ist nie einer größeren Gefahr ausgesetzt gewesen. Trotzdem möchte ich mich bei meiner Gruppe für die entstandenen Unannehmlichkeiten entschuldigen.

 

Instruktor: Wiegele Martin

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