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Tanz auf den Vulkanen

Liparische Inseln und Sizilien Wanderwoche der NF-Ortsgruppe St. Stefan i.G. vom 4. – 11. Oktober 2015

19 Naturfreunde wollten dieses Jahr die Faszination der Vulkane erleben, daher ging der Wanderurlaub auf die Vulkane Stromboli und Vulcano auf den Liparischen Inseln, sowie den Ätna auf der Insel Sizilien. Die Reisezeit betrug ca. 10 Stunden (Busfahrt nach Venedig, Flug Venedig - Catania, Busfahrt nach Milazzo und schließlich die Schifffahrt zu den Liparischen Inseln). Unser Quartier hatten wir auf der Hauptinsel Lipari. Die erste Wanderung über Straßen, Steine und durch Schilfwege führte uns zum Westteil der Insel mit sehr üppiger Vegetation (Kapern, Granatapfel, Kaktusfeigen uvm.). Unterwegs hatten wir immer wieder Sichtkontakt mit der nahen Insel Vulcano. Vorbei kamen wir auch beim Observatorium, wo Erdbeben und Vulkantätigkeiten aufgezeichnet werden.

Am zweiten Tag marschierten wir zum Krater des Stromboli auf 924 m. Sowohl die Gruppe, die von einem etwas niedrigeren Punkt das nächtliche Schauspiel sah, als auch die Bergsteiger die vom Gipfel aus die Eruptionen miterlebten, waren von der Feuerfontäne mit den purpurroten Funken und den glühenden Gesteinsbrocken überwältigt. Ganz anders zeigte sich am nächsten Tag der Vulcano mit seinen Farben gelb, orange und zinnoberrot. Schon bei der Ankunft auf der Insel kam uns beißender Schwefelgeruch entgegen. Am Vulcano selbst, der 1890 das letzte Mal ausbrach, erwarteten uns Rauchschwaden und es war gut, dass wir Atemmasken mit uns führten. So richtig gemütlich war dann das abschließende Bad im Schwefelbecken. Nach vier Nächten verließen wir die Liparischen Inseln und begaben uns auf die Insel Sizilien. Der Bus brachte uns nach Castiglione, wo wir von der sizilianischen Mentalität bereits angesteckt, sehr viel Zeit für das Mittagessen verbrachten. Danach ging es Richtung Francavilla. Durch das Alcantara-Tal marschierten wir entlang der Weingärten und Zitrusfruchtplantagen, zeitweise auf morastigen Wegen, überquerten die Brücke über den Alcantara-Fluss und wurden von der sehr üppigen Vegetation begleitet. Schließlich erreichten wir den bekanntesten Teil der Alcantara-Schlucht, welcher über eine Stiege oder mittels Aufzug erreichbar ist. Wir schweiften unsere Blicke vom höher gelegenen Parkplatz aus und spürten die frische Brise der Schlucht und des Flusses.

Bei der nächsten Wanderung stand auch ein wenig Kultur am Programm. Von Forza d’agro, dem Ort unseres Hotels fuhren wir mit dem Bus nach Taormina, dann weiter bis zum Bergdorf Castelmola, eine abenteuerliche Fahrt durch sehr enge, kurvenreiche Straßen mit überwältigenden Fernblicken. Hier begann der Anstieg zum Monte Veneretta. Über eine steile Asphaltstraße ging es los, durch eine kleine Ortschaft mit Weingärten und schließlich über Steige zum Endziel. Wir blieben nur ganz kurz, denn im Auge hatten wir den Fußmarsch von Castelmola nach Taormina. Nach einer kurzen Besichtigung der mittelalterlichen Altstadt von Castelmola ging es immer entlang eines steinverlegten Weges nach Taormina, eine Touristenhochburg auf 204 m. Bekannt ist vor allem das griechisch-römische Theater mit Blick zum Ätna.

Mit Spannung erwarteten wir unsere Wanderung auf den Ätna. Doch bereits in der Nacht tobte ein heftiges Gewitter. Am Morgen zeigten sich dicke Regenwolken und es gab wilde Sturmböen. Der Bus brachte uns trotzdem an die Südseite des Vulkans. Aufgrund der Sturmböen war die Seilbahn außer Betrieb, einzig ein paar Shuttlebusse fuhren auf einen kleinen Abschnitt des Vulkans. Unsere Gruppe marschierte so gut es ging entlang zweier Krater und war trotz der Wettersituation von dieser „Mondlandschaft“ überwältigt. Im Ätna-Massiv zu stehen brachte ein freudig-grusseliges Gefühl, denn dieser Vulkan ist immer wieder für Überraschungen gut.

An unserem Abreisetag besuchten wir noch das Fischerdorf Aci Trezza mit den basaltischen Zyklopenfelsen und die zweitgrößte Stadt Siziliens, Catania. Hier besichtigten wir u.a. den Dom und den Stadtpark.

Unsere Wanderreise brachte uns diesmal Einblicke in eine andere Dimension - die Welt der Vulkane wird sicher in ewiger Erinnerung bleiben. Danke an alle Teilnehmer für den guten Zusammenhalt und die vielen amüsanten und auch bewegenden Stunden unter der Sonne Siziliens.

 

Margit

am Ätna
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Naturfreunde St. Stefan im Gailtal

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