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Wanderwoche Madeira

Wanderwoche auf der Blumeninsel Madeira

der NF-Ortsgruppe St. Stefan i.G. vom 2. – 9. April 2017

 

Madeira, die Insel mit der vollen Blütenpracht im Atlantischen Ozean und jener Ort, an welchem sich auch Christoph Kolumbus niederließ, war dieses Jahr das Ziel für 19 Naturfreunde. Die Reise begann mit den gemütlichen Flügen Klagenfurt – Wien – Funchal und unser Hotel Baia Azul, direkt am Meer erfüllte alle Vorstellungen.

Bereits die erste Wanderung entlang der nordöstlichen Küste zwischen dem Ostkap und Porto da Cruz zeigte uns die eindrucksvollen Kontraste zwischen dem tiefblauen Atlantik und den zerklüfteten, bizarren steilen Klippen aus dunklem Lavagestein. Auf den fruchtbaren Terrassenfeldern sahen wir u.a. Kartoffel, Saubohnen, Blattkraut und Wein. Aufgrund des intensiven Zuckerrohranbaues gibt es einige kleine Fabriken zur Rumherstellung.

Das Ziel des nächsten Tages war der Pico Grande (1.654 m). Mit dem Bus fuhren wir zuerst zum Aussichtspunkt Eira do Serrado, wo wir den ersten faszinierenden Blick auf das Nonnental hatten. Der Sage nach flüchteten im Jahre 1566 die Nonnen in dieses Hintertal mit dem Hauptort Curral das Freiras. Ausgehend von Boca da Corrida wanderten wir auf alten Hirtenwegen gesäumt von Ginster und Besenheide bis zum Eselssattel. Den Gipfel selbst erreichten wir aufgrund der fortgeschrittenen Uhrzeit nicht mehr. Zum Zielpunkt Faja Escura kamen wir über einen mäßig an- und absteigenden Weitwanderweg, teilweise begleitet von Kastanien- und Eukalyptuswäldern. Im Ort Estreito de Camara de Lobos genossen wir den typisch madeirensischen Espetada (Fleischspieß).

Ausgehend von Lombo do Urzal (Nordseite) erfolgte am dritten Wandertag die erste eigentliche Levada-Wanderung, die Levada dos Tornos. Mit 109 km ist dieser Wasserlauf der größte der Insel. Jahrhunderte alte Baumheide, Farne, Lorbeer- und Maiglöckchenbäume sowie Heidelbeersträucher tauchen die Insel in ein sattes Grün. Einen kurzen Abstecher machten wir im Ort Ponta Delgada mit der interessanten Kirche Senhor bom Jesus. Auf dem einzigartigen Deckengemälde sind Tiere und Pflanzen dargestellt und es werden der Walfang sowie die Entdeckungsfahrten thematisiert. Nicht fehlen durfte der Besuch der bekanntesten Poncha-Bar in Serra de Agua.

Die Königsetappe unserer Wanderwoche war die Route vom Pico Arieiro (hier befindet sich eine Sendestation der NATO) bis zum Gipfel des Pico Ruivo, der höchste Berg Madeiras (1.862 m). Wir marschierten auf schmalen, aber gut befestigten mit Steinplatten verlegten Wegen, stiegen über hohe Treppenstiegen auf und ab, durchquerten Tunnels und sahen große Flächen von im Jahre 2010 durch einen Brand zerstörte Baumheiden. Der Gipfelanstieg erfolgte in Serpentinen, der Rundblick vom Gipfel legte uns einen Großteil von Madeiras überwältigender Bergwelt zu Füßen. Für den Abstieg nahmen wir den Weg nach Achada do Teixeira, wo uns die Busse erwarteten. Vor dem Essen besichtigten wir noch eines bis zum Boden bedeckten Strohhäuschens mit einem farbenprächtigen Blumengarten in Santana. Ganz originell in einer Vulkanhöhle (Grutas do Faial) ließen wir uns den Espada (Degenfisch), der nur auf Madeira in 1000 m Tiefe gefangen wird, schmecken.

Die fünfte und letzte Wanderung führte uns vorerst zum Cabo Girao, eine der höchsten Steilküsten der Welt mit 580 m. Eine Aussichtsplattform mit Glasboden bietet den direkten Blick auf die Terrassenfelder, auf welchen die Landwirte Gemüse und Wein anbauen. Über den Encumeada Pass ging es bis auf die Hochebene von Paul de Serra. Auf diesem baumlosen Abschnitt konnten wir mehrere 100-jährige Bestände von Baum- und Besenheiden bestaunen. Der Stechginster machte auch einigen Beinen zu schaffen. Ein kurzes Stück marschierten wir entlang eines Bachlaufes, der Forellenlevada. An recht rutschigen, reich an Wurzeln ausgestatteten und zum Teil mit recht hohen Steinen ausgelegten Weg wanderten wir ein kurzes Stück entlang der Levada 25 Fonte bis nach Rabacal. Der Schatten bei einer unbewirtschafteten Berghütte mit rustikalen Holzbänken kam uns wie gerufen. Bald darauf durchquerten wir einen ca. 800 m langen Tunnel und erreichten dann eine ganz andere Insel mit vielen kleinen Wasserfällen und man roch auch noch die vielen verkohlten Bäume der letzten großen Flächenbrände. Auf dem Parkplatz beim Forsthaus in Fanal erwartete uns der Bus, der uns zum Essen nach Porto Moniz brachte.                
Porto Moniz ist ein Weinbaugebiet und liegt auf einer weit ins Meer ragenden Lavazunge. Beeindruckend sind die Felsbadelandschaften, in welchen man zwischen Jungfischen und Seeanemonen schwimmen kann. Auf unseren Mittagstisch wurden als Abschluss ganz ausgezeichnete Makrelen serviert.

Am vorletzten Tag beschloss die Gruppe sich die Hauptstadt Funchal, die Markthallen mit dem Fisch-, Gemüse- und Blumenmarkt,  den Stadtteil Monte auf 500 m sowie den Botanischen Garten anzusehen. Die Seilbahn brachte uns in das geschichtsträchtige Monte, wo auf dem Vorplatz der Kirche Nossa Senhora do Monte ein Bronzedenkmal des letzten österreichischen Kaisers, Karl von Habsburg, verstorben im Jahre 1922, steht. Nunmehr ruht er in einem Metallsarg in einer  Seitenkapelle der Kirche.   
Von Monte aus hat man auch die Gelegenheit zu einer Korbschlittenfahrt.

Den letzten Abend ließen wir in einer netten Pizzeria in der Nähe unseres Hotels direkt am Atlantik, ausklingen.

Der bezaubernde Flair dieser Insel, die bestens organisierten und einfühlend und informativ geführten Wanderungen durch unseren Wanderführer Peter Hafner, das Kennenlernen der einheimischen Küche, der freundschaftliche Zusammenhalt der Gruppe sowie der gute Draht zu Petrus machten diese Wanderwoche zu einem einmaligen Erlebnis.

Besten Dank an alle Teilnehmer, ihr ward einfach Spitze.

 

Margit und Raimund Iskrac

 

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am Pico Ruivo
Boca do Risco
Pico Grande
Cural das Freivas
25 Fontes Ricco
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