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Lawinenseminar Fraganter Hütte

von 19. bis 21.Feber

„Ganzheitlichen Lawinenkunde“

 

Nach einer teilweise recht abenteuerlichen Anreise, trafen wir (Raimund, Erwin, Gottfried, Christopher, Philipp, Richard, Gernot,  Sabine, Karl,  Susi, Anna, Christa, Jana, Petra, Dagmar, Andrea M. und Andrea D.)  um ca. 16 Uhr 30 in der Innerfragant ein, wo wir schon von unseren Bergführern Herbert Mayerhofer und Matthias Wurzer empfangen wurden. Nachdem das große Gepäck zur Materialseilbahn befördert wurde, schnallten wir unsere Tourenschi an und es ging bei leichtem Schneefall Richtung Fraganter Schutzhaus auf 1.810 m Höhe. Dort  kamen wir nach ca. 2 Stunden aber bereits bei Dunkelheit an. Zum Glück hatten einige eine Stirnlampe bei sich. In der Hütte warteten schon der Rest unserer Gruppe – ein Teil unsere „Externschläfer“ nämlich Harald und Herbert.

Nach einer raschen Zimmereinteilung und einem vorzüglichen Abendessen, gab es dann gleich einen Einführungsvortrag von unseren beiden Bergführern. Wir erfuhren den ungefähren Zeitplan bzw. Inhalte des Seminars und lernten Grundbegriffe der Lawinenkunde kennen. Sie erklärten uns, welche Faktoren wie Lawinenlagebericht, Geländekunde, Schneedecke aber auch der Faktor MENSCH, bei der richtigen Tourenwahl von Bedeutung sind. Der Begriff „ 3W“ (WER, WAS, WO) begleitete uns über das ganze Wochenende.

Am nächsten Morgen erwartete uns wettermäßig noch immer Schneefall. Trotzdem trafen wir uns nach einem ausgiebigen Frühstück zur Tourenplanung. Es wurde der Lawinenlagebericht besprochen und der Tourenverlauf mittels Landkarte erklärt. Nachdem wir in zwei Gruppen eingeteilt wurden, ging es nach einem „großen Piepsercheck“ Richtung Melenböden. Während der Tour machten uns Herbert und Matthias immer wieder auf die richtige Spurenwahl bzw. auf die richtige Bewertung der kritischen Zonen aufmerksam. So mussten wir des öfteren mit einem sogenannte „Entlastungsabstand“ marschieren. Weiters wurde ein Schneeprofil erstellt, was für uns alle sehr interessant war, denn man erkannte in einer Schneehöhe rd. 1,5 Meter 40 sechs verschiedene Schneeschichten, Danach wurde ein Rutschblocktest gemacht.

Nach einer lustigen Abfahrt, in teilweise fast zu hohem Neuschnee, begann dann die Lawinenpiepssuche. Unsere Bergführer vergruben ein Gerät und jeder einzelne von uns musste es finden. Die Herbert-Gruppe hatte den Vorteil, dass ihre Suche neben der Hütte unserer Externschläfer stattfand, sodass sie in den Genuss des berühmten Früchtetees von Harald, Herbert und Karl kamen.

 

Am Abend gab es neben der Nachbesprechung der Tour und einer Vorstellung der verschiedenen Piepsgeräte noch einen sehr interessanten Vortrag vom Wildbiologen Gerald Muralt über „ Freizeit- aktivitäten im Lebensraum der Alpentiere.“

Nachdem wir alle unseren Bärenhunger mit leckeren Schnitzeln gestillt hatten, zeigte uns Matthias einen Film über seinen „Schiurlaub in Indien“ mit tollen Abfahrten von über 5000 – 6000 m Seehöhe aber auch mit wilden akrobatischen Einlagen.

Der nächste Morgen begrüßte uns mit blauen Himmel und strahlenden Sonnenschein. So konnten wir es kaum erwarten, unsere Schi anzuschnallen. Doch zuvor gab es wieder ein leckeres Frühstück und eine Vorbesprechung der Tour mit Studium des Lawinenlageberichts. Es wurde beschlossen, Richtung Schobertörl zu gehen. Nachdem Matthias wegen Magenproblemen für diese Tour ausfiel wurde Christopher als zweiter Gruppenführer ernannt. Anna musste leider wegen zu schmerzhaften Blasen an den Fersen umkehren.

Auch diesmal erklärte uns Bergführer Herbert die richtige Spuranlage sowie kritische Zonen. Aufgrund des schönen Wetters konnten wir auch etlichen Gämse beobachten bzw. wir wurden von denen beobachtet.

Da die Zeit zu kurz war, mussten wir leider nach rund 400 hm umkehren. Wir genossen eine traumhaft-schöne Abfahrt im herrlichen Pulver.

Bei der Fraganter-Hütte zurückgekehrt,  gab es nur eine kurze Besprechung und schon mussten wir den Ernstfall proben: „Planmäßiger Lawineneinssatz mit Mehrfachverschüttung“.

Herbert und Matthias vergruben dafür auf einen ca 250 m² großen – von uns zuvor ausgetretenen - Hang zwei Piepser. Jetzt hieß es das bisher Erlernte auch richtig zum Einsatz zu bringen. Dank unserer souveränen Andrea M., die zur Einsatzleiterin ernannt wurde, kam es nicht zu dem erwarteten Durcheinander. Sie teilte präzise die Leute ein, wer was zu tun hatte und so dauerte es nicht einmal 4 Minuten bis der erste „Verschüttete“ geortet wurde. Einige Minuten später – trotz leichter Irreführung von eingeschalteten Piepsgeräten oberhalb der Schneedecke – fand man auch den zweiten „Verschütteten“.

Bei der anschließenden Abschlussbesprechung bekamen wir daher auch ein großes Lob unserer Bergführer und nach einem gemeinsamen Foto hieß es Abschied nehmen von unseren Hüttenwirten Elisabeth, Peter und Hüttenhund „Fragi“.

Nach einer teilweise, sehr eisigen und mit Steinen übersäten Talabfahrt, kamen wir bei unseren Autos an, wo wir uns von unseren Bergführern verabschiedeten.

Die allgemeine Meinung dieses Wochenendes war sehr positiv und wir hoffen daher alle auf eine nächstjährige Wiederholung bzw. Auffrischung eines solchen Seminars.

 

 Andrea Dorn

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