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Wanderwoche Galtür

Wandern in der Bergwelt rund um Galtür vom 28. 8. bis 3.9.2016

Galtür, der höchstgelegene Ort im Paznauntal auf 1600 m Seehöhe, mit 250 km Wanderwegen und 27 alpinen Schutzhütten, wurde für eine Woche von den Naturfreunden St. Stefan i.G. (16 Personen) erobert. Das Wandergebiet umfasst hauptsächlich die Verwall- und Silvrettagruppe mit 74 Dreitausendern. Sehenswert ist das Alpinarium Galtür, ein Ausstellungs- und Dokumentationszentrum über den hochalpinen Raum.

Nach der langen Fahrt war der Spaziergang Richtung Jamtal bis zur Menta Alm mit den Naturfreundekollegen aus St. Pölten, die das Wandergebiet bestens kannten, ein wahrer Genuss.

Am ersten Tag ging es mit dem Bus zum Zeinisjoch. Anschließend weiter über Almwege etwas auf- und absteigend zur Verbellaalm und weiter entlang kristallklarer Bergseen zur Heilbronner Hütte auf 2320 m. Als heftige Regenschauer einsetzten waren wir zum Glück bereits in der Hütte. Da sich die Wetterlage bald besserte ging es weiter zum Gipfel des Grieskogels (2754 m) und von dort folgte noch der lange Fußmarsch zur Friedrichshafener Hütte. Nach der 6,5-Stunden-Tour waren wir dann froh, von den Hüttentaxis abgeholt zu werden.

Für den nächsten Tag standen zwei Touren, direkt vom Ort Galtür ausgehend, zur Wahl. Eine Gruppe marschierte auf den vorerst durch Wald, später auf Geröll sehr steil ansteigenden Predigberg (2645 m). Sehr beeindruckend war die Aussicht auf die Silvrettagruppe, das Jamtal sowie die Gorfen- und Ballunspitze. Die zweite Gruppe wanderte entlang eines Waldweges bis zum Stafali Weiher mit den gemütlichen Grillplätzen. Von dort weiter zur Loreinalm und auf einem steilen, sehr wurzeligen, etwas rutschigen Weg sowie über malerische Almen zum idyllisch-türkisblauen Berglisee. Der Rückweg erfolgte entlang einer Forststraße bis Mathon (Wildgehege), wo wir den Bus zurück nach Galtür nahmen.

Spannend wurde der dritte Tag: „Drei Dreitausender“. Mit dem Hüttentaxi fuhren wir bis zur Jamtalhütte. Entlang des tosenden Futschölbaches marschierten wir über Wiesen bis zum ersten Halt mit der Bezeichnung „Zollwachhütte - auch Finanzerstein“ genannt. Über Geröllhalden erreichten wir den Österreichisch-Schweizerischen Grenzpunkt am Futschölpass. Der weitere Weg führte über einen Grat zum ersten Dreitausender, den Grenzeckkopf (3047 m). Weiter über einen Schotterweg zur Bischofspitze (3029 m) und schlussendlich standen wir nach kurzer Zeit vor unserem letzten Dreitausender, der Breiten Krone (3079 m), wo uns auf einem kleinen Turm aus Steinen ein ganz kleines Gipfelkreuz erwartete. Mit flotten Schritten ging es dann den Weg zurück zur Jamtalhütte.

Schließlich kam der Tag, den unsere Kletterer schon sehr herbeisehnten - der Klettersteig auf die Ballunspitze stand am Programm. Alle Teilnehmer nahmen vorerst in Wirl die Birkhahnbahn (Sessellift). Von hier waren es nur wenige Minuten bis zum Einstieg in den Klettersteig. Aufgrund der instabilen Wetterlage (Nieselregen, Nebel) wurde es dann „nur“ der Little Ballun, ein Klettersteig im Urgestein mit einer Seilbrücke, abwechslungsreichen Kletterpassagen in A/B und B, sowie einem grandiosen Ausblick bis nach Ischgl und auf die Silvrettagruppe. Der Rest der Mannschaft marschierte auf die Breitspitze (2196 m). Üppige Vegetation sowie zahlreiche Tümpel begleiteten diese Wanderstrecke mit einem grandiosen Ausblick ins Montafon (Partenen und Gaschurn). Wir gingen zurück zum Kopp-Stausee und beim Zeinisjoch nahmen wir den öffentlichen Bus nach Galtür. Aufgrund der Kürze des Klettersteiges machten sich die Kletterer schließlich auch noch auf den Weg zur Breitspitze.

Für drei beherzte Bergsteiger gab es am letzten Tag die Königsetappe auf den Biz Buin. Früh morgens startete die Fahrt zur Bieler Höhe und von dort über den Fahrweg zur Wiesbadener Hütte. Der weitere Abschnitt war dann in Richtung Ochsentaler Gletscher. Nach der Querung des gerölligen Geländes gelangten sie auf steilen Steigspuren zum Anseilplatz. Am westlichen Gletscherrand ging es anfangs sehr steil über Eis und schließlich bis zum flachen Becken des Ochsentaler Gletschers. Weiter ging es über die Scharte zwischen Kleinem und Großem Piz Buin, über Geröll, durch zwei Kamine und schlussendlich erreichten sie über leichtes Gehgelände den Gipfel des Biz Buin (3312 m). Nach 11 Stunden kamen sie wieder auf der Bieler Höhe an.

Alle anderen Wanderer gingen zuerst entlang des türkisblauen Silvretta Stausees und bogen dann in den 14 km langen Höhenwanderweg bis zur Wiesbadener Hütte ein. Der Weg führte entlang eines Baches, über sehr feuchte Almwege und Felsblöcke zur Wiesbadener Hütte, unserem Ziel.

Nach fünf anspruchsvollen aber abwechslungsreichen Wandertagen in dieser faszinierenden Bergwelt traten wir, nach einem kurzen Zwischenstop in Ischgl mit Liftfahrt auf die Idalp und grandioser Aussicht auf Samnaun, die Heimreise an.

Wohlbehalten, bepackt mit vielen Bergerlebnissen und schönen Stunden im geselligen Miteinander, zu Hause angekommen danke ich allen Wanderern für den guten Zusammenhalt, die Hilfsbereitschaft und die unterhaltsamen Stunden.

 

Margit

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Die Teilnehmer am
Grenzeckkopf 3047m
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Naturfreunde St. Stefan im Gailtal
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