Tscherniheim am 26.10.2026
Dass es im Umkreis der Ortsgruppe St. Stefan i. G. interessante historische Plätze gibt bewies die geschichtliche Abschlusswanderung am 26. Oktober unter dem Titel „Dem Waldglas auf der Spur“. 16 Naturfreunde fuhren von St. Stefan in Richtung Weißensee Ostufer. Bevor wir den Farchtensee erreichten gab es den ersten Stopp bei der Hundskirche. Dabei handelt es sich um einen Felsen mit schon sehr verblassten Zeichnungen, der als Versammlungsort der Geheimprotestanten galt. Wir parkten bei der Abzweigung ins Bodental, gingen entlang einer Forststraße durch den von der Sonne durchfluteten goldgelben Herbstwald, vorbei an der Fischeralm zum Waldglashüttendorf Tscherniheim, wo von 1621 bis 1879 das typisch grüne Waldglas erzeugt wurde. Raimund berichtete über die Vorkommen der Rohstoffe, wie Quarzsand und Pottasche (Buchen), welche aus dem Gebirgsbereich des Golz stammten, über maschinelle Einrichtungen und das karge und geschundene Leben der Glasbläser mit ihren Familien. Für die Kinder gab es im Ort eine Schule und ab dem 10. Lebensjahr begann auch für sie die Arbeit an den heißen Öfen. Im Jahre 1843 konnte im Ort nach langem Ringen ein Kirchlein errichtet werden. Ein bedeutender Luster der seinerzeitigen Glaserzeugung ziert noch heute die Kirche Maria Thurn in Hermagor.
Ein kurzer Wegabschnitt führte uns schließlich bis zur Hermagorer Bodenalm, wo wir auf einer Bank vor der Hütte gemütlich Sonne tanken und uns ein wenig aufwärmen konnten. Auf dem gleichen Weg ging es wieder retour und bei der Fischer Alm ließen wir unsere Eindrücke über eine, heute nicht mehr vorstellbare harte, unterdrückte Zeit, ausklingen. Wir konnten dankbar unsere Speisen sowie die Frische und Farbenfrohheit der Natur genießen und waren über ca. 5 km und rd. 220 hm knappe drei Stunden unterwegs.
Margit