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AZOREN

Wanderreise Azoren vom 17.7. bis 26.7.2026

Die zu Portugal gehörende, aus neun Inseln bestehende Inselgruppe der Azoren im Atlantik, 1600 km entfernt von Portugal, war das auserkorene Wanderziel für 16 Naturfreunde. Spätabends ging die Fahrt zum Flughafen nach München, da unsere Maschine um 6.15 Uhr abhob. Nach einem Zwischenstopp in Lissabon erreichten wir gegen 14.00 Uhr Ponta Delgada auf der Hauptinsel Sao Miguel. Am Flughafen wartete bereits unser Wanderführer Oliver Handler, ein Niederösterreicher, der sich seit rund 20 Jahren diesen Inseln verschrieben hat. Die ersten drei Nächte verbrachten wir in Furnas auf Sao Miguel, ein Ort mit dampfenden Fumarolen und bester Ausgangspunkt für Wanderungen zu den Kraterseen. Ein Besuch des Parks Terra Nostra mit seinem warmen, überaus eisenhaltigen Thermalwasser und seiner Pflanzenvielfalt ließ uns gleich zu Beginn den Atem anhalten.

Nach drei Tagen flogen wir auf die Insel Faial mit der Hauptstadt Horta. Weithin bekannt ist der Seglerhafen, wo jeder Segler für ein gutes Omen seiner Segeltour eine Zeichnung auf der Hafenmauer hinterlässt und ebenfalls nicht fehlen durfte die Einkehr im legendären „Peter’s Café Sport“ auf einen Gin-Tonic. Unsere Wanderungen auf Faial führten entlang von Kraterrändern und der Blick ins Kraterinnere legte uns eine Schönheit in hunderten Grüntönen vor Augen. Ganz konträr dazu war die Wanderung zum erst 1957/58 entstandenen Vulkan Capelinhos. Bisher erlebten wir ein sattes Grün, doch nun eine zerklüftete Mondlandschaft. Überwältigend ist die dunkelrot/schwarz gestreifte Lavasteilwand sowie ein alter Leuchtturm. Hier trafen wir auf Lavabecken, wo einige den Atlantik für ein Bad genossen.

Elf absolut seetaugliche Naturfreunde entschlossen sich für das „Whalewatching“. In einem wilden Ritt mit einem Schlauchboot über den Atlantik konnten sie Wale und Delfine hautnah erleben und es war ein unbeschreibliches Gefühl, mit diesen Tieren kurzfristig eine Einheit zu bilden.  

Der Höhepunkt der Wanderreise war natürlich die Besteigung des Pico, des höchsten Berges von Portugal. Am frühen Morgen brachen wir mit der Fähre zur Insel Pico auf. Der Ausgangspunkt der Tour  liegt auf 1.230 m Seehöhe. Nach der Zuweisung des Bergführers erhalten alle Bergsteiger einen Chip und die erforderlichen Instruktionen.

Der gut markierte Steig führte zunächst über die Südwestflanke des Vulkans durch eine abwechslungsreiche Vegetation. Mit zunehmender Höhe wurde die Landschaft karger und ging schließlich in eine beeindruckende Lavalandschaft über. Über das dunkle Lavagestein erreichte man den Kraterrand, wo die Gruppe ein strahlend blauer Himmel belohnte. Die letzten 80 hm in leichter Kletterei wurde von allen bravourös gemeistert und mit Stolz und Freude erreichten alle Teilnehmer nach drei Stunden den 2.351 m hohen Gipfel des Pico.  Besonders beeindruckend war, dass an manchen Stellen noch immer sehr warme Luft aus dem Vulkangestein austritt – ein eindrucksvoller Beweis dafür, dass der Vulkan noch immer geothermisch aktiv ist. Die Inselwelt der Azoren lag uns zu Füßen. Zurück ging es auf denselben Weg.

Die letzten drei Tage verbrachten wir wieder auf der Insel Sao Miguel, diesmal in der Hauptstadt Ponta Delgada. Wir unternahmen herrliche Wanderungen zu den Königlichen Vulkanseen von Sete Cidades entlang von Hortensienalleen und reichlichster Vegetation wie Baumfarne, Promelien, Bambus, Platanen, Sicheltannen uvm. Ebenso machten wir Küstenwanderungen weit oberhalb der Strände und waren von den Blicken auf das weite Meer, die diversesten Felsformationen im wilden Atlantik und den einsamen schwarzen Lavastränden restlos begeistert. Natürlich hatten wir auch immer wieder Badegelegenheiten.

Sehr aufschlussreich war die Besichtigung einer Ananas- und Teeplantage, bei welcher noch sehr viel Handarbeit dahintersteckt.

Wir konnten jeden Tag in eher kleinen, familiär geführten Lokalen landestypische Spezialitäten kennenlernen und genießen. Das Nationalgericht ist der Cozido (verschiedene Fleischsorten, Würste, Blutwürste mit Zimt, Kartoffel, Yams, Karotten, Krautblätter) welcher davor ca. sieben Stunden in den Fumarolen gart. Beim Ausgraben der Töpfe konnten wir dabei sein, es war sehr interessant.

Unsere Touren mit Einkehr, Fotostopps, Schauen und Genießen, Atmen und Staunen dauerten über den ganzen Tag und bewegten sich zwischen 300 und 600 hm. Es waren besondere Tage die wir auf den Azoren erleben durften und so mancher spielte mit den Gedanken, diese Inseln nochmals erleben zu wollen. Wanderführer Oliver hätte uns die Faszination der Azoren gar nicht besser vermitteln können. Mit sehr viel Freude, Humor und unendlichem Wissen wurde uns dieser Archipel durch ihn zu einem vertrauten Urlaubsparadies.

Margit

 

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