Wanderung im Karstgebiet (Weg des Friedens / Pot miru) vom 22.–25. Sept. 2026
Aufgrund von derzeit etwas unruhigen Zeiten erwachte in Raimund der Wunsch, mit den Naturfreunden den Weg des Friedens im Karstgebiet zu erkunden. So startete unser Unternehmen, bestehend aus zehn Naturfreundemitgliedern am Donnerstag, den 22.9., wo wir von St. Stefan im Gailtal über den Predilpass vorerst bis Kobarid fuhren. Über eine Hängebrücke mit einem unglaublich schönen Blick auf die türkis-grüne sich durch die Felsen schlängelnde Soča begann unsere erste Wanderung zum Kosjak Wasserfall und sehr spannend erlebten wir hier die Wassersprünge einer Canyoninggruppe. Der zweite Programmpunkt war das italienische Beinhaus, ein Kriegsdenkmal, an dessen Mauern die Namen von 7.014 gefallenen italienischen Soldaten angeführt sind. Wir fuhren weiter bis Gorizia und im Digital Art Galery Tunnel sahen wir uns eine KI-gesteuerte Lichtkunstshow an. Gegen 17.00 Uhr erreichten wir bei Mirko in Nova Vas unser Quartier, eine ausgesprochen nette und persönliche Unterkunft, in welcher wir jeden Tag kulinarisch verwöhnt wurden.
Der Start unserer Wanderung am Mittwoch war in Aurisina stazione. Nach einer kurzen Strecke erreichten wir den österreichisch-ungarischen Soldatenfriedhof, auf welchem 1934 Gefallene ihre letzte Ruhestätte gefunden haben. Sehr abwechslungsreich marschierten wir entlang von Steinmauern, schmalen und breiten Steigen, durch Waldgebiet und manchmal hatten wir ein Sichtfenster auf das Meer. Im Ort Prosecco, 294 m.ü.M. legten wir einen Zwischenstopp in einer Proseccobar ein. Nun dauerte es nicht mehr lange und vor uns lag das Schloss Miramare. Unsere Gruppe entschied sich, den Napoleonweg zu nehmen. Wir wanderten am traumhaften Promenadenweg mit zahlreichen glatten Felswänden mit der Möglichkeit des Freikletterns, sahen auf der Meerseite eine spektakuläre Slackline und genossen den stetigen Blick auf die Stadt. Als wir in Opicina ankamen und die Haltestelle der legendären Tramway sahen hielt uns nichts zurück, mit dieser ins Zentrum von Triest zu fahren. Von hier ging es dann mit der Eisenbahn zurück und nach weiteren drei Kilometern Fußmarsch erreichten wir unsere Fahrzeuge.
Unser Quartiergeber erklärte sich am Donnerstag sofort bereit, uns bis zum Parkplatz für die Tour auf den Berg Čerje zu chauffieren. Von weitem sahen wir den mächtigen Turm, das Monument Bliss, ein 25 m hohes Friedensdenkmal. Von hier hatten wir einen wunderbaren Blick auf Gorica mit seinem Umland. Wieder ging es durch Wald und auf Wiesen, ehe wir ein Denkmal zu Ehren von Erzherzog Josef sowie ein ungarisches Denkmal sahen. Entlang eines unbefestigten Fahrweges erreichten wir den Ort Kostanjevica, wo uns eine Erinnerungstafel an den größten Brand Sloweniens im Juli 2022 erinnerte. Noch heute sieht man viele verkohlte Bäume, gespinstartige Gebilde inmitten neu entstehenden Lebens. Nach dem Ort Novelo nahmen wir die Asphaltstraße nach Temnica und marschierten direkt in den Ort. Groß war die Freude über einen fahrenden Bäcker, denn bei frischen Brötchen und Getränken holten wir uns wieder ausreichend Energie.
Ein wenig auf „Abwegen“ über Wiesen und Wälder kamen wir unserem Ziel, den Ort Komen näher und hier wurden wir wieder von Mirko abgeholt.
Wir erlebten sehr vegetationsreiche Abschnitte und sahen Passionsfrüchte, Granatapfel-, Kiwi- und Kakhibäume, zahlreiche Hagebuttensträucher sowie weitläufige Wein- und Olivenplantagen.
Vor unserer Heimreise am Freitag nutzten wir den Tag für die Wanderung entlang des Rilkeweges. Wir parkten in der Nähe des Schlosses Duino und konnten von hier perfekt in den Weg einsteigen und Sebald erzählte geschichtlich Interessantes über das Schloss sowie die Besuche von Rainer Maria Rilke. Die Weglänge betrug ca. 2,2 km, ging über befestigte Wege, manchmal über Felsgestein. Die Blicke auf das Schloss Duino mit seinen Türmchen sowie auf den Golf von Triest waren absolut reizvoll. Kräftig blaue Pyramidenglockenblumen sowie Terpentin-Pistazien begleiteten uns auf dem Weg. Es war ein krönender Abschluss unserer viertägigen Wandertage im Karstgebiet, ein Friedensweg, wo es keine Grenzen mehr gibt.
Margit